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SPD Remscheid

SPD Remscheid

Meldung:

Café Grah Lennep, 20. November 2016
Frühschoppen ließ die 1970er Jahre politisch wieder aufleben

Immer noch kein bisschen leise!

Alt-Jusos trafen sich vergangenen Sonntag nach Jahrzehnten wieder
Treffen der 1970er Jusos
Unter dem Titel „Aufbruch 72“ trafen sich am 20. November 2016 30 Männer und Frauen, die zu Beginn der 1970er Jahre, wie viele tausend andere auch in die SPD eintraten und bei den Jusos – der Jugendorganisation der SPD – aktiv waren, zu einem politischen Frühschoppen im Café Grah in der Altstadt in Lennep. Dieser Ort war bewusst gewählt worden, da das Café in den 1970er und 1980er Jahren häufig Treffpunkt dieser Juso-Generationen waren.

Die Begrüßung der ehemaligen Jusos fiel freudig und emotional aus, es gab aber auch distanzierte Annäherungen. Einige Gäste kamen von weit her angereist, um sich nach Jahrzehnten wiederzusehen. Nach privaten Gesprächen stellte sich jeder noch einmal persönlich vor. Dabei wurden Fragen erörtert wie „Warum bin ich damals in die SPD eingetreten?“, „Warum bin ich immer noch dabei?“ oder auch „Warum bin ich ausgetreten?“

Relativ schnell wurde klar: Der damalige Bundeskanzler und Vorsitzende der SPD, Willy Brandt und seine fortschrittliche Politik wie die Öffnung der Bildungswege, die Herabsetzung des Wahlalters auf 18 Jahre – aber auch das Misstrauensvotum und die vorgezogene Bundestagswahl im Jahre 1972 waren für die damals jungen Leute entscheidende Gründe, etwas bewegen zu wollen.


Flügelkämpfe zwischen „gemäßigten Jusos“ und der VORAN-Gruppierung

Bei der lebhaften Diskussion wurden alte Flügelkämpfe zwischen der „VORAN“-Gruppe und den „gemäßigten“ Jusos thematisiert, die ab Mitte der 1970er Jahre die Arbeit der SPD-Jugend in Remscheid prägten. Bei der „VORAN“-Gruppe handelte es sich um eine Strömung, die stärker links orientiert und in Remscheid ungewöhnlich stark war.

Ein einschneidendes Erlebnis war für die damaligen Jusos die Wahl von Helmut Schmidt zum Bundeskanzler und damit zum Nachfolger von Willy Brandt. Helmut Schmidt war nicht der Kanzler aller Anwesenden, was ausgiebig zur Sprache kam.

Parteiaustritte sowie Parteiwechsel wurden intensiv begründet und sollten in der SPD kritisch beleuchtet werden. Leider wurde deutlich, dass alte Genossinnen und Genossen, die aus privaten Gründen nicht mehr so aktiv sein konnten, mit den Jahren „wegverwaltet“ wurden und nichts mehr von ihrer Partei hörten.

Das Zusammentreffen der Ehemaligen zeigte, dass Parteiarbeit und Privatleben damals eng verbunden waren und die Jusos auch ihre Freizeit miteinander verbrachten. Die persönliche Kommunikation ohne Internet, trug erheblich dazu bei.

Die meisten Anwesenden waren sich einig, dass man die Wurzeln der SPD nicht aus den Augen verlieren darf und weiterhin für sozialdemokratische Werte eintreten sollte. Nach der Diskussionsrunde wurden Fotos und Schriftstücke angeschaut. Dabei wurde viel gelacht und geredet.