„Wir machen den Weg frei: für zusätzliche Ausbildungsplätze im Betrieb!“

Anlässlich des heute im Deutschen Bundestag verabschiedeten Ausbildungsbonus erklärt der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharczyk:

"Heute ist ein guter Tag für vorsorgende Arbeitmarktpolitik. Wir machen den Weg frei für neue und zusätzliche Ausbildungsplätze im Betrieb. Und zwar für die Jugendlichen, die immer wieder Absagen erhalten oder in Warteschleifen verharren. Für diese Altbewerber werden Ausbildungsplätze mit einem Bonus gefördert und sie werden, wenn notwendig, sozialpädagogisch im Betrieb begleitet. Dieser Ausbildungsbonus für Altbewerber wurde heute im Ausschuss für Arbeit und Soziales mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen verabschiedet.

Damit setzt die SPD-Bundestagsfraktion ein Kernversprechen sozialdemokratischer Politik um: Aufstieg durch Bildung und Ausbildung. Dafür gehen wir neue Wege. Mit diesem Gesetz wird die Verantwortung der Bundesagentur für Arbeit für vorsorgende Arbeitsmarktpolitik gestärkt. Bis 2010 sollen 100.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze gefördert werden.

Meist sind es Jugendliche mit Haupt-, Sonder- oder ohne Schulabschuss, die schon länger als ein Jahr einen Ausbildungsplatz suchen. Deshalb haben sie einen Rechtsanspruch auf den Bonus für Ausbildung. Das gibt ihnen und den Betrieben Sicherheit – und das wollen wir Sozialdemokraten. Im Einzelfall können auch Altbewerber mit einem höheren Schulabschluss den Bonus erhalten.

Seit kurzem haben wir eine Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge steigt. 2007 waren es 625.000 Ausbildungsverträge, so viele wie seit 1999 nicht mehr. Diese Tendenz wollen wir für die Altbewerber nutzen. Ihre Zahl liegt mit über 300.000 Jugendlichen immer noch hoch – deswegen haben wir gehandelt.

Für die SPD-Bundestagsfraktion formuliert der Ausbildungsbonus auch eine Erwartungshaltung an die Wirtschaft: Jeder Jugendliche muss ausgebildet werden, keiner darf aufgegeben werden. Die Politik unterstützt die Wirtschaft dabei, aber die Wirtschaft ist für die Ausbildung ihres Nachwuchses auch im eigenen Interesse selbst verantwortlich. Wer morgen Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden.

Nicht jeder Betrieb soll durch den Bonus gefördert werden, sondern nur jene, die mehr als bisher in Sachen Ausbildung tun. Damit wird Mitnahme vermieden.

Der Bonus ist Teil eines Gesamtkonzeptes für bessere Chancen junger Menschen. Auch bei der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wird die SPD-Bundestagsfraktion gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Olaf Scholz darauf achten, dass Deutschland die Kultur der zweiten Chance auch gesetzlich verankert: Jeder soll das Recht haben einen Hauptschulabschluss nachzuholen. Nur so gilt: Aufstieg durch Bildung."