Hannelore Kraft in Remscheid

Bereits 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung waren alle Sitzplätze im Foyer des Teo Otto Theaters belegt, so groß war das Interesse der Remscheiderinnen und Remscheider an der der Spitzenkandidatin Hannelore Kraft und dem Remscheider Landtagskandidaten Sven Wolf. Beate Wilding begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die Gäste und übergab dann die Moderation der Veranstaltung an den langjährigen WDR-Moderator Reinhard Münchenhagen, der vielen Zuhörern noch als Moderator der Aktuellen Stunde im Dritten Programm des WDR in Erinnerung war. Hannelore Kraft stand eine gute Dreiviertelstunde den Fragen Münchenhagens Rede und Antwort. Die Landesvorsitzende der NRWSPD gewährte dabei Einblick in ihren persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang. "Mein Name ist Hannelore Kraft. Mein Leben ist eine Geschichte aus NRW", mit diesen Worten lässt sich die interessante Lebensgeschichte der 49-jährigen Kraft, die 1961 als Kind einer Arbeiterfamilie im Ruhrgebiet zur Welt kam. Im Alter von zehn Jahren sagte ihr Vater: "Wenn du aufs Gymnasium gehst, können wir dir nicht helfen. Da musst du alleine durch." Mit persönlichen Erinnerungen schlug sie den Bogen in die Gegenwart. Eine zentrale Aussage des Abends lautete: "Raus aus der "Ich-Gesellschaft". Zurück zum "Wir"." Die Menschen in NRW dürfen nicht zulassen, dass die Mitte in unserem Land wegbricht und wir in eine Gesellschaft der Gewinner und Verlierer zerfallen. Deshalb kämpfen wir für eine gerechte Gesellschaft. Nach einer kurzen Pause bat Reinhard Münchenhagen den Remscheider Landtagskandidaten Sven Wolf zum Gespräch mit Hannelore Kraft nach vorne. Beide nutzten die Fragen der Gäste, um die Positionen der NRWSPD zu beschreiben. Drei Themen standen dabei im Vordergrund: Bildung, Arbeit und Stadtfinanzen. Sven Wolf unterstrich dabei die Bedeutung intakter Stadtfinanzen für Remscheid. Als langjähriges Ratsmitglied berichtete er von den Auswirkungen der kommunalfeindlichen Politik der Landesregierung, die zu einer untragbaren Belastung für Remscheid geworden sei. "Städte und Gemeinden können sich darauf verlassen, dass mit einer SPD-geführten Landesregierung der Stärkungspakt Stadtfinanzen verwirklicht wird, um den Kommunen wieder Handlungsspielraum zum Wohle ihrer Bürgerinnen und Bürger zu geben." Moderator Münchenhagen brachte es auf den Punkt: "Rostock baut ein weiteres Hafenmuseum. Remscheid steht vor der Entscheidung Einrichtungen zu schließen. Beides passt nicht in ein Land, dass den Menschen gleiche Lebensverhältnisse verspricht." Für Hannelore Kraft ein Beispiel dafür, dass die Belastung der Kommunen mit den Kosten der Deutschen Einheit zu einer Verwerfung führe. Sven Wolf: "Mehr als drei Millionen Euro zahlt Remscheid kreditfinanziert in diesem Jahr in den Fonds Deutsche Einheit. Die Zinsbelastung in den kommenden Jahren nicht eingerechnet". Er sprach sich für eine Ende der Transferzahlungen aus: "Es ist Zeit für den Aufbau West." Das Publikum dankte die klaren Aussagen mit kräftigem Applaus, bevor Hannelore Kraft und Sven Wolf die Gelegenheit nutzten sich zu Einzelgesprächen unter die Gäste zu mischen.