In der Diskussion „Schulsozialarbeit“

„Schulsozialarbeit darf nicht von der Haushaltslage der Kommunen abhängig sein. Jedes Kind und jeder Jugendliche hat ein Recht auf Hilfe und Unterstützung – unabhängig vom Wohnort. Hier steht der Bund in der Pflicht zu handeln und den Weg frei zu machen für eine dauerhafte und zuverlässige Lösung“, appelliert SPD-Fraktionsvorsitzender Sven Wolf an die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Bund.

Die Schulsozialarbeit wird in Remscheid durch den Kompass e.V. und den Verein die Verlässliche organisiert. Beide Träger leisten an zahlreichen Schulen eine hervorragende Arbeit. Diese Arbeit wird bei Eltern, Schulen und den Kindern und Jugendlichen gleichermaßen geschätzt. Die besondere Stärke der beiden Träger liegt in dem niederschwelligen und daher „unverkrampften“ Angebot an bedürftige Familien.

Sven Wolf weiter: „Es ist ein offenes Geheimnis. Ohne Schulsozialarbeit kann das Bildungs- und Teilhabegesetz nicht funktionieren. Hier kümmern sich hochmotivierte Sozialarbeiter gemeinsam mit den Lehrerkollegien um Kinder und Jugendliche, denen neue Perspektiven eröffnet werden sollen.“

Deshalb hat der Rat der Stadt Remscheid in diesem Jahr auf Antrag von SPD, Grüne und FDP beschlossen, aus den zum Teil nicht verbrauchten Mitteln des Bundes zunächst eine Finanzierung und Fortführung der Schulsozialarbeit über das Ende der ursprünglichen Bundesförderung bis zum Ende des Jahres 2014 zu sichern.

„Wir werden die Diskussion umgehend nach den Herbstferien fortsetzen und gemeinsam mit unserem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz nach Lösungen und Auswegen zum drohenden Ende der Schulsozialarbeit in Remscheid suchen. Dabei ist klar, wir haben im Haushalt keine großen Spielräume, um das aus eigener Kraft zu stemmen. Umso wichtiger ist es Ideen zu entwickeln, den Kern des Angebotes auch über 2014 hinaus weiterzuführen“, kündigt Sven Wolf an.

Dazu gehört auch eine „Fraktionssitzung vor Ort“, bei der die SPD Fraktion sich in der „Gelben Villa“ aus erster Hand über die Arbeit vom KOMPAZZ informieren wird. Zum Gespräch wird auch der Verein „Die Verlässliche“ eingeladen, der als Trägerverein ebenfalls Schulsozialarbeit betreibt.

Der Landtag hat bereits durch einen Beschluss vom 27.03.2014 die Landesregierung aufgefordert, sich beim Bund dafür einzusetzen, die Finanzierung der aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets eingerichteten Schulsozialarbeiterstellen dauerhaft kurzfristig sicherzustellen. Die NRWSPD hat bei ihrem Landesparteitag am 27. September auch mit den Stimmen der Remscheider Delegierten diese Forderung erneuert.

Klar ist: Schulsozialarbeit im Sinne des Bildungs- und Teilhabepaktes als Leistungskomponente muss in das SGB II aufgenommen und die dauerhafte Finanzierung dieser Unterstützungsstruktur durch den Bund gesichert werden.