Bruderkampf unter der Frühlingssonne Remscheids

Otto Mähler bei der Diskussion zur Hindenburgstraße
Freute sich über das rege Interesse: Otto Mähler.
Kämpfer für eine Umbenennung: Max Franzen.

Das Vorurteil, dass Politik in verrauchten Hinterzimmern stattfindet, hält sich trotz des seit einigen Jahren geltenden Nichtraucherschutzgesetzes in der Gastronomie immer noch hartnäckig. Dass politische Diskussion im wahrsten Sinne des Wortes „in aller Öffentlichkeit“ stattfinden kann, bewies der SPD-Ortsverein Stadtmitte / Hasten am Donnerstag, als er auf dem Karl-Jarres-Platz zu einer Bürgerdiskussion über eine mögliche Umbenennung der Hindenburgstraße einlud.

Als leidenschaftlicher Befürworter einer Umbenennung hatte sich Max Franzen mit einem selbst gestalteten Plakat zur Veranstaltung aufgemacht, auf der historische Wahlplakate zu sehen waren, in denen die Rolle Hindenburgs bei der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler im Jahre 1933 zu sehen war. Sein Vorschlag lautete, der Hindenburgstraße ihren ersten Namen – „Neuscheider Straße“ – zu geben.

Als eloquenter Gegenredner hatte sich Detlef Franzen vorbereitet, der u.a. ausführte, dass Hindenburg in noch mehr als 300 Städten als Namensgeber von Straßen und Plätzen vorhanden sei und die Namensgebung nicht durch die Nationalsozialisten sondern bereits im Jahre 1920 erfolgt sei und damit dem damaligen Generalfeldmarschall gegolten habe. Er schloss seine Rede mit der Ausführung, er sei wie sein Bruder Max Franzen gegen Hindenburg, aber für den Namen Hindenburgstraße.

In der darauffolgenden Debatte wurde von den zahlreich erschienenen Anwohnern und Geschäftsleuten das Kostenargument am häufigsten genannt. Eine durch den Bezirksbürgermeister Otto Mähler erstellte schriftliche Umfrage ergab eine sehr deutliche Mehrheit für eine Beibehaltung des Namens.