Persönliche Ansprache der Bürger führt zum politisch-kulturellen Erfolg

Ulla Wilberg
Ulla Wilberg.

Das Schulterklopfen ist vorbei, jetzt gilt es den Erfolg der SPD-Tucholsky-Lesung des ehemaligen Remscheiders Joe Faß im Lenneper Café Grah zu reflektieren.

Die Vorarbeit zu dieser Kulturveranstaltung war der Schlüssel zum Erfolg. Es gab Zeiten, da waren ständig SPD-Plakate in Remscheid zu sehen, die von vielen Freiwilligen aufgehängt und aufgeklebt worden waren. Im Zeitalter des Internets meinen viele Genossinnen und Genossen, die Elektropost wird schon alles richten.

Wer den direkten Kontakt zum Einzelhändler, oder Gastronomiebetreiber sucht, wird reichlich belohnt. Die Erfahrung durften wir machen, als wir die Stadt mit Tucholsky-Plakaten „zugeklebt“ haben. Die Freundlichkeit der angesprochenen Geschäftsinhaber und Angestellten war überwältigend. Zwei Geschäfte stehen kurz vor der Schließung und gaben ihre besten Plätze im Schaufenster, bevor das Licht aus geht. Ein Schumacher hängte das Plakat sofort auf, obwohl ihm der Name Tucholsky vielleicht gar nichts sagt. In einem Kiosk war eigentlich gar kein Platz. Kisten mit Zigarettenhülsen mussten umgesetzt werden, um überhaupt von innen an das Schaufenster zu kommen, und der Chef hängte es dann selbst auf. In einem Unterwäsche-Fachgeschäft stellte die Dame des Hauses einen Flyer ins Schaufenster, weil für ein Plakat kein Platz vorhanden war. Auf der Liste der hilfsbereiten Remscheider finden sich die unterschiedlichsten Berufe und Geschäfte: Bäcker, Eisdielen-, Café-, und Barbesitzer, Optiker, Putzmacherin, Rechtsanwalt, Getränkemarkt und viele mehr.

Bei jeder Aufhängaktion wurden Kunden direkt angesprochen und mit einem Flyer bedacht. Am nächsten Tag haben wir kontrolliert, ob das Plakat aufgehängt wurde und uns persönlich dafür bedankt. So konnten wir Gäste gewinnen, die nicht Mitglied in der SPD sind, sich das Kulturprogramm aber nicht entgehen lassen wollten.

Menschen möchten persönlich angesprochen werden, Fragen stellen und sofort Antworten erhalten, nicht erst irgendwann online.

Unser Weg war richtig und wir werden ihn weiter so beschreiten, damit auch in Zukunft die SPD in aller Munde ist. Kultur und Politik gehören einfach zusammen.

Ulla Wilberg