„Gefährliche Lieder – gefährliche Jugend?“ – Gab es eine Jugendopposition gegen die Nationalsozialisten im Bergischen Land?

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend!

In diesem Jahr jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit das Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zum 70. Mal. Wir können dankbar sein für sieben Jahrzehnte Frieden in Mitteleuropa und sind dankbar, dass es auch in dem wohl dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte Menschen gab, die sich mutig dem nationalsozialistischen Regime und ihrer Helfer entgegenstellt haben. Wir kennen mittlerweile viele Angehörige des Widerstandes – von Seiten der Kirchen, der Politik oder auch in bestimmten Kreisen des Militärs. Heute finden wir in vielen Städten Straßen und öffentliche Gebäude, die nach Mitgliedern von Widerstandsgruppen benannt worden sind.

Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich der Einverleibung in die nationalsozialistische Maschinerie wiedersetzt hat und deren Mitglieder oftmals mit Drangsalierungen, Misshandlungen und sogar dem Tod bezahlt haben – die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aber leider in Vergessenheit geraten ist. Es handelt sich hierbei um vielfältige Gemeinschaften von Jugendlichen: „Edelweißpiraten“, „Navajos“, christliche Jugendgruppen, „Bündische“ oder „Naturfreunde. Die Aufzählung ist keinesfalls vollzählig – aber diese Aufzählung reicht, um einen Einblick in die Vielfältigkeit dieser „Jugendopposition gegen die Nationalsozialisten“ deutlich zu machen.

Das Rheinland war eine Hochburg dieser Jugendopposition, was sich schon an der Einrichtung einer GESTAPO-Leitstelle „gegen bündische Umtriebe“ in Düsseldorf deutlich wurde.

Wer waren diese Gruppen?
Wer waren die Jugendlichen, die sich dort engagiert haben?
Wie sahen ihre Schicksale in der Zeit des Nationalsozialismus aus?

Das wollen wir gemeinsam herausfinden und laden ein, am

Freitag, 11.09.2015 um 19:00 Uhr
in die Remscheider SPD-Geschäftsstelle, Elberfelder Straße 39 (IV. Etage).

Mit einem besonderen Abend wollen wir versuchen, die Mitglieder dieser Gruppen aus der Dunkelheit des Vergessens zu befreien um (auch) ihnen einen Platz zu geben in der Erinnerungskultur unserer Stadt.

Wir freuen uns, dass wir mit Doris Wehrheid und Jörg Seyffarth die Autoren des gleichnamigen Buches gewinnen konnten, die anhand von Fotografien, Biographien, Utensilien und – ganz wichtig – dem Liedgut dieser Jugendgruppen – uns diese Bewegung und die Menschen vorstellen.

Ebenso sehr freuen wir uns, dass wir mit Günther Böning aus Ronsdorf einen Zeitzeugen bei uns begrüßen dürfen, der aus eigenem Erleben berichten wird.