Es ist noch viel zu tun!

Am Samstag fand in der SPD-Geschäftsstelle die Eröffnung der Ausstellung "Neue Einblicke: Gesichter einer Krankheit" der Remscheiderin Evelyn Havertz statt. Im Mittelpunkt stand das Thema "Bipolare Störungen". Diese schwerwiegende Erkrankung beeinflusst das Leben der Betroffenen ebenso wie ihr soziales Umfeld, das häufig nicht weiß, damit umzugehen, wenn im Bekanntenkreis jemand daran erkrankt.

Der stv. SPD-Vorsitzende Ralf Gassen begrüßte die Gäste mit einer Würdigung an die Künstlerin und unterstrich, wie wichtig es ist, dass sich die Politik um die Integration kranker Menschen kümmert und sie an der Gesellschaft teilhaben lässt.

Dr. Olaf Bick, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Stiftung Tannenhof, erklärte das Krankheitsbild „Bipolare Störungen“, und wie es sich erkennen und therapieren lässt. Sein Bericht machte deutlich, dass viele Menschen mit dieser Krankheit leben können, wenn sie den Anweisungen der Ärzte folgen.

Evelyn Havertz bedankte sich für die Möglichkeit, wiederholt in den Geschäftsräumen der SPD ausstellen zu dürfen. Die Malerei hilft ihr, die Krankheit anzunehmen und ihre Stimmungen zu kanalisieren. Sie gibt ihr Selbstbewusstsein und Stärke.

Als Gastredner war der Solinger Landtagsabgeordnete Josef Neumann gekommen. Neumann, ausgebildeter Heilerziehungspfleger und Inklusionsbeauftragte der SPD-Landtagsfraktion, würdigte den Mut der Künstlerin, mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen.

„Inklusion beginnt zu Hause, im Wohnquartier, in Vereinen und Parteien.“ so Neumann. Er wies darauf hin, dass kaum ein Stadtrat einen Ausschuss für Inklusion besitzt. Gebärdendolmetscher seien auf Veranstaltungen ebenso selten wie die „Einfache Schrift“ bei Publikationen und barrierefreie Zugänge.

Um keine Nachteile zu erfahren, würden viele Menschen darauf verzichten, ihr gesundheitliches Defizit bescheinigen zu lassen. Arbeitgeber kämen viel zu einfach davon, keine Behinderten einzustellen – sie kaufen sich ganz legal frei. Flüchtlinge trauten sich oft nicht, zu sagen, dass sie gehörlos oder behindert seien, aus Angst, sie würden sofort abgeschoben.

Neumann wies darauf hin, dass in Nordrhein-Westfalen Menschen, die in allen Lebensbereichen unter gesetzlicher Betreuung stehen, an Wahlen teilnehmen dürfen. Ein Novum, dass noch nicht in allen Bundesländern gilt.

Josef Neumann schloss mit den Worten, dass es jeden jederzeit treffen könne, behindert zu werden und dass wir als SPD das Thema Teilhabe für alle vorantreiben müssen. Er lobte die Remscheider SPD für die Ausstellung von Evelyn Havertz und lud die Künstlerin ein, im nächsten Jahr im Düsseldorfer Landtag auszustellen.