„Ohne Marx keine katholische Soziallehre“

Am Vorabend des 200. Geburtstages des Trierer Philosophen und politischen Theoretikers Karl Marx lud eine nicht ganz alltägliche Veranstaltergemeinschaft zu einem Vortragsabend in den großen Saal des Deutschen Werkzeugmuseums im Remscheider Stadtteil Hasten ein.

Dass Thema, Ort und Zeitpunkt anscheinend gut gewählt waren, bewies der Zuspruch zur Veranstaltung: Anstatt der angepeilten 40 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden mehr als doppelt so viele Besucherinnen und Besucher den Weg an die Cleffstraße.

Auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes Wuppertal / Solingen / Remscheid, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Remscheid, der Partei DIE LINKE und des SPD-Unterbezirks Remscheid referierte der Aachener Theologe und Buchautor Dr. Arnd Küppers von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach über Karl Marx und das „Opium des Volkes“.

Dass das Verhältnis zwischen Karl Marx und der katholischen Kirche alles andere als spannungsfrei war, bewies ein Zitat von Karl Marx, in der er bei einer Reise durch katholische Gebiete Belgiens zum Losschlagen gegen die „Pfaffen“ aufrief. In seinem gut einstündigen Vortrag arbeitete Dr. Küppers eindrucksvoll heraus, wie stark die Ideen von Karl Marx und die Ideen der katholischen Soziallehre miteinander verbunden sind. Die wohl interessante These war, dass es ohne Karl Marx wohl auch keine katholische Soziallehre gegeben hätte – die Geschichte sei schließlich das Ergebnis von Bewegung und Gegenbewegung.

Die Frage, ob im Zeitalter der Freelancer-Ökonomie und der deregulierten Arbeitsverhältnisse Karl Marx und seine Ideen nicht wieder aktuell und wir wieder einen Denker dieses Formats bräuchten, zog sich durch zahlreiche Wortbeiträge aus dem Publikum.

Im Anschluss luden die vier Veranstalter zu einem gemeinsamen Umtrunk ein, um auf den Denker Karl Marx anzustoßen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Büchertisch des Flair-Weltladen aus Lüttringhausen.

Wir bedanken uns als Remscheider SPD bei Dr. Arnd Küppers für den fantastischen Vortrag, bei Dr. Weisser vom Katholischen Bildungswerk für die Organisation sowie bei allen, die als Gast am Freitagabend den Weg ins Deutsche Werkzeugmuseum gefunden haben.

Auf ein Neues!