Bildung, Beteiligung & Dialog sind der Schlüssel

Wie stellen wir die Weichen richtig, damit Integration gelingt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 1. Integrationsforums der Remscheider SPD, welches am vergangenen Samstag in der Mensa des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums stattfand. Mit dabei waren Vertreter der Caritas, des Kinderschutzbundes, des Stadtteil e.V., der Agentur für Arbeit, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), des Integrationsrates sowie mehrerer Migrantenselbstorganisationen, die gemeinsam mit 40 Mitgliedern der Remscheider SPD und dem Integrationspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, Ibrahim Yetim, über Bedingungen für eine erfolgreiche Integrationspolitik diskutierten.

Integrationsforum der Remscheider SPD am 29.09.2018
Integrationsforum der Remscheider SPD am 29.09.2018 – Ibrahim Yetim MdL

In seinem Impulsreferat fragte Yetim, der für die Stadt Moers im Kreis Wesel im Landtag sitzt, die Frage, warum sehen junge Menschen mit Migrationshintergrund Deutschland nicht als ihre Heimat ansehen und ob es entscheidend sei, ob jemand Mustafa oder Michael heiße wenn er sich für eine Stelle bewirbt oder eine Wohnung sucht. Anhand der Geschichte seiner Familie stellte er heraus, dass aus ursprünglich fünf Jahren nunmehr fünf Jahrzehnte Aufenthalt in Deutschland geworden seien und dass es nun darum gehe, bei der jetzigen und bei künftigen Einwanderergenerationen nicht die Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen.

Im Anschluss an den Vortrag wurde ein „Worldcafé“ durchgeführt – ein beteiligungsorientiertes Format, bei dem die Teilnehmenden in mehreren Runden an sogenannten Thementischen arbeiten. Es fanden vier sogenannte Themencafés zu den Themen Integration & Arbeit, Integration & Bildung, Interreligiöser Dialog und Forderungen an die Landespolitik statt.

Die Veranstaltung war qualitativ sehr gut, was sich auch an der anschließenden Podiumsdiskussion zeigte, an der Vertreter der Arbeitsagentur, von ATIB und der Caritas teilnahmen.

Die Frage, wie Integration gelingen kann, kann in den nachfolgenden Thesen zusammengefasst werden:

1. Die von SPD & Grünen eingeführten „anonymisierten Bewerbungen“ sind ein Schritt in die richtige Richtung, Benachteiligungen aufgrund der Herkunft zu reduzieren.

2. Bildung kommt eine Schlüsselrolle bei Integration zu. Daher ist für den Besuch der Kita und der Offenen Ganztagsschule zu werben. Mittelfristig ist über den ‚Gebundenen Ganztag‘ nachzudenken. Die Konzentration bestimmter Nationalitäten an bestimmten Schulen oder Klassen ist zu vermeiden.

3. Obwohl es den Interreligiösen Dialog seit vielen Jahrzehnten gibt, ist er außerhalb der ausrichtenden den Kreise weitgehend unbekannt. Hier sind verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, dass er bekannter wird, denn Interreligiöser Dialog kann einen wichtigen Beitrag leisten um Vorurteile abzubauen.

4. Der Beteiligung von Migranten an der Politik ihrer Gemeinde kommt eine bedeutende Rolle zu. Die von CDU & FDP geplante Abschaffung des Integrationsrates konnte abgewendet werden. Diese können in den Gemeinden eine Brückenfunktion zwischen Migrantenvereinen und Politik bilden.

5. Von zentraler Bedeutung ist die Frage der Identität. Diese kann jede und jeder nur für sich selber definieren. Identität darf kein Hebel zum Ausschluss werden.