Auf dem Weg zu politischen Allroundern

Remscheider SPD-Nachwuchs wählte neuen Vorstand – fürs laufende Jahr wird eine breitere thematische Aufstellung angestrebt.

Erik Tillmanns, Nick Vanselow, Burhan Türken, Jeremias Düring, Tobias Niebergall.

„Das war ein sehr erfolgreiches Arbeitsjahr, aus dem wir einiges an Motivation für das laufende Jahr ziehen können!“ – Mit diesen Worten fasste der neugewählte Vorsitzende der Remscheider Jusos, Burhan Türken, die Ergebnisse der Mitgliederversammlung des SPD-Nachwuchses zusammen, die am vergangenen Sonntag turnusgemäß einen neuen Vorstand sowie neue Delegierte gewählt haben.

Das Jahr 2018 war von der Diskussion über den erneuten Eintritt der SPD in eine Bundesregierung geprägt. In diesem Diskussionsprozess hatten sich die Remscheider Jusos mit mehreren Diskussionsimpulsen eingebracht. Darüber hinaus stand das Thema „Vernetzung mit anderen Jugendverbänden“ ganz oben auf der Agenda. Gemeinsam mit der Jugendorganisation der FDP, den Julis, ist man daran gegangen den Ring Politischer Jugend (RPJ) wieder zu beleben, um gerade im Zeitalter von „Fake News“ und einem erstarkten Rechtsextremismus einen Schulterschluss der jungen Demokraten zu machen, die aktiv auf junge Menschen zugehen wollen um für Demokratie zu werben.

Darüber hinaus war der SPD-Nachwuchs mit mehreren öffentlichkeitswirksamen Aktionen, u.a. beim „Tag der Arbeit“ am 01. Mai auf dem Theodor-Heuss-Platz sowie beim „Tag der Vereine“ im September auf der unteren Alleestraße, so präsent wie schon lange nicht mehr.

„Wir machen weiter, denn wir wollen zeigen, dass junge Leute alles andere als passiv sind sondern sich sehr aktiv um die Zukunft unseres Landes einsetzen.“ so der neugwählte Juso-Vorsitzende Burhan Türken. Für das Jahr 2019 wird eine Steigerung der Mitgliederzahl von 11,11 % angestrebt – von aktuell 54 auf 60 Mitglieder im Frühjahr 2020. Dieses Ziel soll durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und durch eine sehr aktive Verbandsarbeit gelingen.

 

Die Herausforderungen im Überblick:

Die erste große Herausforderung in 2019 wird die Europawahl im Mai sein. „Wir wollen jungen Menschen von der Bedeutung Europas überzeugen und für eine sehr, sehr hohe Wahlbeteiligung kämpfen!“ so Burhan Türken. Es dürfe sich nicht das Brexit-Phänomen wiederholen, dass unter jungen Leuten Ahnungslosigkeit zu Wahlabstinenz führe. Man wolle einen aktiven Wahlkampf vor Schulen und vor Jugendeinrichtungen machen. Darüber hinaus wolle man mit Themen punkten, wo Europa für junge Menschen konkret greifbar ist, bspw. bei Austauschprogrammen und der Reisefreiheit.

Darüber hinaus wolle man sich weiter in die Debatte um die Zukunft der SPD einbringen. Hier sei einiges in Bewegung. „Wir begrüßen, dass es zu einer Revision der Hartz-Gesetze kommen soll. Jetzt gelte es, nicht nachzulassen und alles zu unternehmen, dass der Zug in Richtung sozialere Politik nicht mehr aufgehalten werden könne. „Wir müssen den Menschen die Angst vor sozialem Abstieg nehmen – das ist unsere neue Mission!“ so Burhan Türken.

Neben der Europawahl und der Diskussion um eine Neuausrichtung der SPD wolle man vor Ort Themen setzen, die für junge Leute von Interesse sind. Ein erster Aufschlag sei im Herbst vergangenen Jahres mit einer Diskussion über eine mögliche kontrollierte Freigabe von Cannabis gelungen. Hierauf aufbauend wolle man das Themenspektrum erweitern, bei den Jusos Akzente setzen wollen. So werde man im Frühjahr an einer Diskussion zum Thema „Faire Kleidung“ im Flair-Weltladen in Lüttringhausen teilnehmen. Darüber hinaus werde man bei gleich drei Diskussionsrunden gemeinsam mit der AG 60plus der Remscheider SPD Akzente setzen: zum Thema Europa mit dem Klever Europakandidaten Hakan Alkas im März, zur Sozialpolitik mit dem ehemaligen langjährigen Wuppertaler Bundestagsabgeordneten der SPD, Rudolf Dressler (ebenfalls im März) und zum Thema Steuergerechtigkeit mit dem ehemaligen nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans im Juni. „Wir wollen deutlich machen, dass die Jusos kein Verband für Jugendpolitik sind, sondern ein Verband junger Leute, die Politik für alle machen.“ so Burhan Türken.

 

Zur Vorstandswahl:

Nachdem in 2018 ein dreiköpfiger Vorstand gewählt worden war, hat ein Anwachsen der Anzahl der aktiven Mitglieder eine Erhöhung der Vorstandsmitglieder um zwei auf fünf Mitglieder ermöglicht. Dem Vorsitzenden Burhan Türken (26), Student der Wirtschaftswissenschaft und Politikwissenschaft, stehen im kommenden Jahr der 21-jährige Tobias Niebergall, Dualer Student der technischen Informatik und der 19-jährige Schüler Nick Vanselow zur Seite. Zu Beisitzern wurden der 24-jährige Philosophie-Student Jeremias Düring und der 18-jährige Auszubildende Erik Tillmanns gewählt. Damit sind im Juso-Vorstand Schüler, Studierende und Auszubildende vertreten.