Damit Covid19 nicht zum Bildungsvirus wird!

Auch wenn ab Montag, den 04.05.2020 eine bestimmte Anzahl von Kindern wieder in der Schule lernen darf, werden jedoch auch in absehbarer Zukunft weiterhin zahlreiche schulische Lernzeiten in die häusliche Umgebung ausgelagert werden müssen. Die begrenzten Räumlichkeiten in den Schulen lassen einen Präsenzunterricht für alle und in gewohntem Umfang schlichtweg nicht zu.

Zwar wird schon seit Jahren über die mangelnde Digitalisierung von Bildungseinrichtungen gesprochen, aber erst jetzt findet sie während der Unterrichtsaussetzung im hohen Maße Anwendung und scheitert vielfach bereits an den digitalen Voraussetzungen in den Elternhäusern!

Erden Ankay-Nachtwein auf den Konsumterrassen.

Genau hier lauert die Gefahr, dass der Virus zur Pandemie für die Bildungsgerechtigkeit werden kann. Um dem zu begegnen, fordert die schulpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Remscheid Erden Ankay-Nachtwein:  „Weil wir in Remscheid kein Kind zurücklassen wollen, müssen Remscheider Schülerinnen und Schüler möglichst schnell technisch in die Lage versetzt werden, an einem digitalisierten Unterricht teilzuhaben, um die fehlende Präsenzzeit zumindest anteilsweise zu kompensieren.“

Insbesondere wirtschaftlich schwache Familien sind deshalb schnellstmöglich auf Unterstützung bei der technischen Ausstattung angewiesen, damit Corona nicht zur Bildungsfalle für Einzelne wird.

„Wenn erst der Bedarf über die Schulen ermittelt wurde, können schulfähige Leihgeräte, die über das Schulverwaltungsamt entliehen werden können, eine unbürokratische und praktikable Lösung darstellen, wenn sie mit Gutscheinen für ausreichendes Datenvolumen flankiert werden“, führt Christian Günther, sachkundiger Bürger der SPD Ratsfraktion, aus.

Um die Stadt bei der Finanzierung zu entlasten, könnte man die 150 Euro, die von der Bundesregierung zur Unterstützung finanzschwacher Haushalte angekündigt wurden, heranziehen, damit die Endgeräte eine für den Unterricht ausreichende Funktionalität und Qualität besitzen. Für das benötigte Datenvolumen könnte man einen Spendenaufruf starten, mit denen Kindern Datengutscheine zur Verfügung gestellt werden können.

„Dass die Stadtgesellschaft hier nach Lösungen sucht und gute Wege findet, ist unsere Kernaufgabe wie auch unsere Leidenschaft. Doch

offenbart dieser Vorgang das kapitale Versagen der Landesregierung bei der Frage nach der Wahrung der Bildungsgerechtigkeit. Kindern gezwungenermaßen den Unterricht zu entziehen, gleichzeitig aber keinen technischen Ausgleich herbeizuführen, entzieht den weniger Privilegierten auch noch das Bildungsprivileg. Wenigstens sollten die Städte durch das Land finanziell in die Lage versetzt werden, akut und breit zu helfen, wenn schon aus dem gelbgeführten Schulministerium vielfach Chaos statt Struktur über die Schülerinnen und Schüler w

ie ihre Familien ausgegossen wird“, empört sich der Landtagsabgeordnete Sven Wolf, „wenn am Montag also auch weiterhin von zuhause aus gearbeitet und gelernt werden muss, sind schultaugliche Leihgeräte eine zwingende Notwendigkeit für die Bildungsteilhabe einzelner junger Remscheiderinnen und Remscheider. Die Stadtgesellschaft hat jetzt die Chance zu beweisen, dass sie kein Kind zurücklässt.“

Zum Antrag: 2020.05_.07_Corona-Soforthilfen_-_Leihger__te_f__r_Remscheider_Sch__ler_