Ohne Schirm, mit Charme und Harke

„Es reicht bei weitem nicht, die Flatterbände zu entfernen. Die Eltern müssen ihre Kinder auch guten Gewissens wieder auf die Spielplätz gehen lassen können!“ - Lüttringhauser SPD brachte kleinen Spielplatz auf Vordermann.

Reinigung des Spielplatzes an der Schmittenbuscher Straße in Lüttringhausen.
Reinigung des Spielplatzes an der Schmittenbuscher Straße in Lüttringhausen.

Bei einem Rundgang durch ihre Nachbarschaft hatte Gerhilt Dietrich, seit März Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lüttringhausen und bei der Kommunalwahl am 13.09. Ratskandidatin für den Wahlbezirk Lüttringhausen-Zentrum, den Spielplatz an der Schmittenbuscher Straße in Augenschein genommen und festgestellt, dass der Sandkasten verunreinigt war.

Bei einem Gespräch mit Ratskollegen am Rande des Hauptausschusses erfuhr der stv. Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser, dass die Technischen Betriebe im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Spielplätze nach der Freigabe nach und nach reinigen werden.

Dietrich, die als unmittelbare Anwohnerin die Bedeutung des kleinen Spielplatzes in unmittelbarer Nähe des Lüttringhauser Dorfkerns kennt, regte an, selber tätig zu werden und so traf sich am Freitagnachmittag eine kleine Gruppe von Lüttringhauser SPD-Mitgliedern – auf Abstand, versteht sich – auf dem Spielplatz in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Hallenbades.

Während der Geschäftsführer der Remscheider SPD, ungläubig staunend über den Enthusiasmus der Lüttringhauser Parteifreunde, die Spielgeräte austestete, „fischte“ die energische Historikern Dietrich mit Hilfe einer Harke die Hinterlassenschaften schnurrender Wesen auf vier Pfoten aus dem Sandkasten. „Die Sandkästen sollten grundsätzlich mit Planen abgedeckt werden, um die Katzen daran zu hindern hier ihre Notdurft zu verrichten.“, so Dietrich.

Der dritte im Bunde, Adolf Kappenstein, telefonierte derweil mit einigen Freunden und Bekannten aus seinem Sportverein. Er rief einen Bekannten herbei, der sich mit Hilfe eines mitgebrachten Rasenmähers dem Rasenwildwuchs widmete.

Passanten, die das Treiben der kleinen roten Schar beobachteten, zeigten sich überrascht und beklatschten die Aktion auf besondere Weise. „Jetzt kann auch ich endlich wieder auf die Schaukel!“, so ein Passant zu seiner Ehefrau. Diese konterte schlagfertig: „Da ist nur eine auf dem Spielplatz – und die ist für unseren Enkel reserviert!“

Bei dieser einmaligen Spielplatzbegehung und Reinigung soll und wird es nicht bleiben. „Wir werden das Thema in der nächsten Bezirksvertretung Lüttringhausen zur Sprache bringen.“ so Jürgen Heuser. Spätestens seit Corona sollte das Thema Hygiene kein Randthema mehr sein.

„Von den Kindern wurden während der Corona-Krise enorme Einschränkungen verlangt, um die Gesundheit anderer nicht zu gefährden. Wir sind es den Kindern einfach schuldig, dass auch auf ihre Bedürfnisse und ihre Gesundheit Rücksicht genommen wird.“, so Dietrich.

„Wir brauchen unsere Spielplätze. Und unsere Spielplätze brauchen ein Hygienekonzept. Hierauf werden wir drängen!“, ergänzte Heuser.