„Schulen müssen mitreden bei der Corona-Bekämpfung. Zick-Zack-Kurs muss beendet werden.“

„Die Schulen stehen vor großen Herausforderungen. Von 13.000 Schülerinnen und Schülern in Quarantäne sind wir auf 50.000 hochgeschnellt. Eine Verdoppelung sehen wir auch bei den Lehrkräften. Wir sind da wirklich in Sorge“, äußert sich der Landtagsabgeordnete für Remscheid und Radevormwald Sven Wolf aus der Düsseldorfer Debatte zur aktuellen Lage. „Der Präsenzunterricht ist wegen zunehmender Quarantäne-Maßnahmen längst nicht mehr in der Breite gegeben. Von Corona stärker betroffene Nachbarstädte wie Solingen sehen das und versuchen vorausschauend Konzepte zu entwickeln. Leider verweigert die Schulministerin jede Unterstützung – das Land hat aber selbst auch kein Konzept. Wir fordern bereits länger: Holt die Schulvertreterinnen und -vertreter mit an den Tisch! Besonders ärgerlich ist aber der Zick-Zack-Kurs. Noch im Oktober hieß es von der Schulministerin, längere Ferien seien untauglich und organisatorisch kurzfristig nicht machbar. Plötzlich alles anders: Jetzt werden die Ferien doch verlängert.“

Bild: Thomas Wunsch, Remscheid.

Eltern und Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte bräuchten sichere Lernorte, so der Abgeordnete. Das Lernen unter Corona-Pandemie müsse auch mit einem Plan B geplant werden und da sollten auch kreative Ideen zum Zug kommen.

„Wer weiß am besten, was umsetzbar ist und funktioniert: die Schulen vor Ort und deren Verbandsvertreter. Seit Monaten reden wir aber beim Schulministerium gegen eine Wand. SPD und Grüne im Landtag NRW haben sich deshalb entschieden, selbst initiativ zu werden, und wichtige am Schulwesen Beteiligte für kommenden Dienstag bei einem Schulgipfel in Duisburg und digital zusammenzubringen. Wir wollen gemeinsam konkrete Ideen und Konzepte entwickeln.“

Es bleibe richtig, dass die Schulen geöffnet blieben und möglichst im Präsenzbetrieb unterrichten sollten. Aber dafür müsse das Land endlich eine Strategie entwickeln, wie das bei den steigenden Infektionszahlen auf Dauer gewährleistet werden kann.

„Wenn das nicht gewährleistet werden kann, brauchen wir Alternativen zu einer Situation mit 30 Schülerinnen und Schülern in einem Raum. Wir müssen diskutieren über Wechselschichten im Präsenz- und Digitalunterricht, gestaffelte Anfangszeiten, angepasste ÖPNV-Fahrpläne – es gibt genug Ansätze, über die wir auf dem Schulgipfel beraten können. Herr Laschet und Frau Gebauer müssen nur wollen. Sie sind deshalb gerne ebenfalls dazu eingeladen.

Was unserer Meinung nach nicht geht, ist wieder kurzfristig kopflos zu reagieren und die Schulleitungen von Freitag nachmittags auf Montag mit plötzlichen Änderungen zu konfrontieren. Das hatten wir schon und das kann kein Dauerzustand werden“, so Wolf.