Du warst, bist und bleibst präsent, lieber Rolf!

„Nur Solidarität bringt unsere Gesellschaft weiter – deshalb gilt mein Einsatz den Schwachen in unserer Gesellschaft.“ Dieser Satz, der sich in einer Vorstellungsbroschüre von Rolf Laubach zur Kommunalwahl 1994 wiederfindet, beschreibt so knapp wie zutreffend nicht nur die Person Rolf Laubach, der vor kurzen nach langer Krankheit von uns gegangen ist – sie beschrieb vielmehr den Anspruch, den er an sich und an seine Umgebung tagtäglich stellte. Die einen beschrieben ihn als sozialpolitisches Urgestein, die anderen als bergisches Original, hinter dessen vordergründig rauer Schale sich ein schier unendlich großes Herz verbarg. Er war beides – und das im besten Sinne des Wortes! Rolf Laubach gehörte von 1984 bis 1999 dem Rat der Stadt Remscheid an und war einer der prägenden Köpfe der SPD-Ratsfraktion – ob als sozialpolitischer Sprecher oder als stv. Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Der Sozialausschuss war sein Zuhause – hier kämpfte er mit Leidenschaft darum, für Menschen neue Perspektiven zu schaffen, die durch Arbeitsplatzverlust oder psychische Erkrankungen drohten, durch das soziale Netz zu fallen.

Rolf Laubach 2009
Rolf Laubach

Der Sozialausschuss war jedoch nicht nur sein Zuhause – er war vielmehr seine Arena. Von „persönlichem Einsatz“ zu sprechen war eigentlich zu wenig, wenn er von einer Maßnahme oder einem Projekt überzeugt war. Vielmehr kämpfte er leidenschaftlich, manchmal auch verbissen, wenn ein Ansinnen aus finanziellen Gründen drohte gestrichen zu werden.

Rolf Laubach war Kümmerer, Gewerkschafter und Sozialdemokrat, er war Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Metall und der SPD. Er ging nicht in die Politik, um etwas zu werden, sondern etwas zu erreichen – und zwar nicht für sich, sondern für die Menschen, die ohne Menschen wie ihn keinen Fürsprecher hatten.

Wenn es um die Sache ging, zog er auch mit dem politischen Mitbewerber an einem Strang. Und wenn er den Eindruck bekam, dass soziale Themen in seiner Partei, die ihm stets auch Heimat war, zu kurz kamen, dann konnte er auch gegenüber seinen Genossinnen und Genossen unerbittlich sein. Kompromisse waren ihm, dem Überzeugungstäter, ein Graus.

Noch bevor der Begriff des „Kümmerers“ oder „Netzwerkers“ populär wurde, gab es für Remscheid hierzu den Prototyp: Rolf Laubach. Es gab keinen Verein, keinen Verband und kein Stadtteilfest im Bereich seines SPD-Ortsvereins Remscheid-West, dessen Vorsitzender er von 1995 bis 2001 war, bei denen man Rolf Laubach nicht antraf – und zwar nicht nur in Wahlkampfzeiten. Bei Stadtteilfesten stand er meistens nicht vor dem Stand seines SPD-Ortsvereins, sondern dahinter und trieb seine Genossinnen und Genossen mit schier ungebremster Energie an.

Rolf Laubach hat 1999 entschieden, gesundheitlich kürzer zu treten und sich mehr seiner Familie zu widmen, die aufgrund seinen jahrelangen politischen Engagements, das eine oder andere Mal zu kurz gekommen sein dürfte. Sein Wirken war schon zu Lebzeiten legendär, so dass nicht wenige seiner Genossinnen und Genossen ihn persönlich als das ansahen, was er für uns – dem SPD-Unterbezirk, dem SPD-Ortsverein und der SPD-Ratsfraktion – war, ist und auch bleiben wird: ein beispielgebendes Vorbild.

Wir haben ihn schon vermisst, als er sich nicht mehr aktiv in die Parteiarbeit einbringen konnte – und werden ihn nicht vergessen.

Christine Krupp Sven Wolf MdL Nadine Gaede
Vorsitzende der Remscheider SPD Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Remscheid-West