Wir trauern um unseren Freund und Genossen Stefan Wagner (03.06.1953 – 02.08.2021).

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser Freund und Genosse Stefan Wagner (03.06.1953 – 02.08.2021) verstorben ist. Um es gleich vorweg zu sagen: unser Stefan Wagner ist nicht weg. Er bleibt bei uns, so wie er immer bei uns und unter uns war. Und um es noch deutlich zu sagen: wir können uns eine Ratsfraktion, einen Tag der Arbeit, eine Arbeiterwohlfahrt, eine Glühweinhütte oder eine Parteiveranstaltung ohne ihn nicht vorstellen, denn: unser Stefan Wagner war im besten Sinne des Wortes ein Genosse!

Bild: Thomas Wunsch, Remscheid.

1953 im hessischen Gießen geboren, fand er 1976 den Weg zur deutschen Sozialdemokratie. Am 01.11. diesen Jahres hätte er, der als 23-jähriger der SPD beigetreten ist, seine 45-jährige Mitgliedschaft bei uns gefeiert. Nein, er hätte sie nicht gefeiert, denn er nahm sich nicht allzu wichtig. Wir hätten allen Grund gehabt, ihn zu feiern, denn unser Stefan Wagner gab uns Tag für Tag ein Beispiel, wie der sozialdemokratische Grundwert der Solidarität gelebt werden kann.

Im Laufe seiner 45-jährigen Mitgliedschaft hat Stefan Wagner fast alle Funktionen besetzt: er war Unterbezirksvorstandsmitglied der JUSOS und deren Vorsitzender (1987 – 1989), er war stellvertretender Vorsitzender seines Heimat-Ortsvereins Remscheid-West sowie Mitglied des Unterbezirksvorstandes der Remscheider SPD und deren, nein: unser Vorsitzender (1995 – 1998). „Hüte die Einheit wie einen Augapfel!“ – dieser Schlachtruf aus der deutschen Gewerkschaftsbewegung nahm das überzeugte IG Metall-Mitglied als Richtschnur seiner Arbeit in und für die SPD – und lebte sie in fast bewundernswerter Weise vor, auch wenn er mal Niederlagen einstecken musste.

Stefan Wagner hatte zwei Leidenschaften: „seine“ Arbeiterwohlfahrt und „seinen“ Honsberg. Beidem hat er gedient – im wahrsten Sinne des Wortes. Als Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Remscheid-West bzw. Remscheid-Mitte lagen ihm die Mitglieder, die auf die AWO angewiesen waren, am Herzen. Fast unermüdlich kümmerte er sich um alles. Fast schon legendär war sein Einsatz für die Glühweinhütte der AWO auf dem Remscheider Weihnachtsmarkt. Für tausende von Remscheiderinnen und Remscheider war die Glühweinhütte ein Treffpunkt, um Freunde und Bekannte zur Weihnachtszeit wieder zu sehen. Für Stefan Wagner war sie so etwas wie eine Lebensaufgabe, weil über deren Einnahmen die Aktivitäten für „seine“ Senioren im AWO-Ortsvereins unterstützt wurden. Und so kümmerte er sich mit großer Leidenschaft darum, dass der Ablauf reibungslos funktionierte – und sprang auch schon mal nachts aus dem Bett und eilte zum Theodor-Heuss-Platz, wenn „Not am Mann“ war.

„Seinem“ Honsberg ist er zeit seines Lebens treu geblieben, auch wenn er vor einigen Jahren seinen Wohnort verlagert hatte. Viele, viele Jahre hat er dort auf der Lindenhofstraße gewohnt, hat im „alten“ Lindenhof viele Stunden für seine Arbeiterwohlfahrt zugebracht, war treibende Kraft bei den legendären Stadtteilfesten – und hat seinen Stadtteil über viele Jahrzehnte in kommunalen Gremien Gehör verschafft. Ob als Bezirksvorsteher (heute: Bezirksbürgermeister) der ehemaligen Bezirksvertretung Innenstadt (1989 – 1994) oder als Ratsmitglied (1994 – 1999 und seit 2009) hat er leidenschaftlich für seinen Honsberg gestritten, hat im wahrsten Sinne des Wortes für seine „Heimat“ Partei ergriffen.

Er hat viele Jahre dafür gekämpft, dass „seine“ Arbeiterwohlfahrt wieder Kindertagestätten in Remscheid betreiben darf – und er war stolz darauf, dass eine dieser beiden Einrichtungen an „seinen“ Honsberg kommen sollte. Es bricht uns fast das Herz, dass er die Eröffnung einer AWO-Kita an „seinen“ Honsberg nur von oben aus wird begleiten können – und es tröstet uns wenig, dass er dort wieder mit seiner Ehefrau Rita Jungesblut-Wagner zusammen sein wird, mit der er über 25 Jahre verheiratet war, die er in der SPD kennen gelernt und die mit ihm die Leidenschaft für die SPD und die AWO geteilt hat. Als sie Anfang 2018 von uns gegangen ist, hat sie einen Teil von ihm mitgenommen. Dass sie ihm gefehlt hat, haben wir alle Tag für Tag gespürt.

Lieber Stefan, wir stehen tief in deiner Schuld. Wir haben in den vergangenen Monaten vielleicht nicht jedes Zeichen richtig gedeutet. Das werden wir uns nicht verzeihen – genauso wie wir Dich niemals vergessen werden!

Mach‘ es gut – und grüß‘ Rita von uns!

In Dankbarkeit

Ralf Gassen

Stv. Unterbezirksvorsitzender

Nadine Gaede

Ortsverein Remscheid-West

Sven Wolf MdL

Ratsfraktion