Grazie, Luigi Costanzo!

Wir erhielten die Nachricht, dass die lange Reise, auf die sich „unser Luigi“ vor vielen Jahren aufgemacht hat, in der vergangenen Woche ihr Ziel erreicht hat. Wir wissen nicht, ob wir traurig oder erleichtert sein dürfen, denn die letzten Jahre waren für unseren ehemaligen stv. Parteivorsitzenden gesundheitlich alles andere als einfach. Wir wissen uns aber stolz und glücklich, dass wir einen so außergewöhnlichen Menschen kennen lernen durften, und er für viele, viele Jahre unser Wegbegleiter war.

Luigi Costanzo
Luigi Costanzo

Geboren im süditalienischen Carfizzi in der heutigen Provinz Kroton, kam Luigi Costanzo als junger Mensch aus Kalabrien nach Deutschland. Es folgte eine Aufsteigerkarriere, wie sie nur das Leben der ersten sogenannten „Gastarbeiter-Generation“ schreiben konnte, die im Zuge der Arbeitssuche ihre Heimat verließen, um in der Fremde Arbeit und Lohn zu finden, und um für sich und ihre Familie eine Existenzgrundlage zu schaffen, damit es die eigenen Kinder und deren Kinder einmal besser haben werden.

Das Besondere am Lebensweg von Luigi Costanzo ist, dass er zeitlebens Pionier war. Er erkannte früh, dass man sich politisch engagieren muss, damit die Verhältnisse besser werden. Und so haben viele Generationen von Remscheiderinnen und Remscheidern Luigi Costanzo als engagierten Betriebsrat und Gewerkschafter kennen gelernt. Für viele, viele Jahre gehörten seine Ansprachen beim traditionellen „Arbeitnehmerempfang“ der Stadt Remscheid im Rathaus oder bei der Maidemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf dem Theodor-Heuss-Platz einfach dazu.

„Uns wird nichts geschenkt!“ – das war das Leitmotiv für Luigi Costanzo sowohl für seinen beruflichen als auch für seinen politischen Lebensweg. Begonnen hat sein politisches Engagement als Vorsitzender des sogenannten „Ausländerbeirates“ und später des ersten „Integrationsausschusses“. Er wurde 1997 zum stv. Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Remscheid und 2001 zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Lüttringhausen gewählt.

Mit der Wahl zum ersten nichtdeutschen Mitglied des Rates der Stadt Remscheid 1999 schrieb er Geschichte, wobei er stets betonte, dass er lediglich der erste einer langen Reihe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sein möchte, die in seiner zur Heimat gewordenen Stadt Remscheid in Verantwortung kommen sollen. 2014 zog sich Luigi Costanzo aus gesundheitlichen Gründen von allen seinen öffentlichen Ämtern und Mandaten zurück. Geblieben ist die Erinnerung an einen feinen Menschen, der zuhören und verbinden konnte.

Wir verabschieden uns von unserem Freund, Wegbegleiter und Genossen sagen „Grazie, Luigi!“

Christine Krupp

Unterbezirksvorsitzende

SPD Remscheid

Sven Wolf MdL

Fraktionsvorsitzender

SPD-Ratsfraktion Remscheid