Christian Günther

Privatanschrift

Geibelstraße 10

42853 Remscheid
Bild: Thomas Wunsch, Remscheid.

Liebe Kremenhollerinnen und Kremenholler,

Remscheid ist mir wichtig, da es meine Heimatstadt ist und die Stadt ist, in der ich auch in Zukunft leben will. Ich bin 33 Jahre alt, gehe als Hobby Jagen und Boxen und bin Lehrer für Englisch und Erdkunde an einem Gymnasium in Solingen. Als Lehrer und vor allem als Remscheider sind mir zwei Themen besonders wichtig – Bildungsgerechtigkeit und Stadtentwicklung.

Ich gehe davon aus, dass die Intelligenz in unserer Stadt gleichmäßig verteilt ist. Trotzdem zeigt die Schulentwicklungsplanung Jahr für Jahr, dass aus einigen Stadtteilen viele Kinder zum Gymnasium gehen und aus anderen Stadtteilen weniger. Nehmen wir Kremenholl und Siepen als Beispiel. Vom Kremenholl wechselten 2018 nur 7 Kinder auf ein Gymnasium, während es vom Reinshagen 19 oder vom Siepen sogar 27 Kinder waren.

Ich bin davon überzeugt, dass am Kremenholl und Honsberg nicht die grundsätzlich dümmeren Kinder leben, sondern dass Kinder hier nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse gefördert werden und damit nicht die gleichen Chancen haben. Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass dort wo viel Bedarf ist, auch viel gefördert wird. Damit meine ich mehr LehrerInnenstellen, Sozialarbeiter und die stärkere Förderung der deutschen Sprache, auch schon in der KiTa. Sowohl die Herkunftssprache aber vor allem die deutsche Sprache sind der Schlüssel für Bildungserfolg.

Arme Kinder werden häufig abgehängt, weil sie keinen Zugang zu Online-Lern-Angeboten haben. Während Corona habe ich meinen Schülern ihre Aufgaben übers Internet zur Verfügung stellen müssen. Aber 4 Kinder aus meiner Klasse hatten keine Gelegenheit sie digital zu bearbeiten. Sie konnten zwar zur Schule kommen und sie dort abholen, aber trotzdem hatten sie ungleiche Voraussetzungen. Das ist nicht gerecht, denn sie konnten nur weniger lernen als die Kinder aus reichen Elternhäusern. Deshalb setze ich mich ein, dass jedes Kind ein Tablet mit Stift und Tastatur für die Schule bekommt. Hat man zuhause kein WLAN soll es für die Kinder monatliches Datenvolumen geben.

Die Stadt gehört ihren Bürgerinnen und Bürgern und nicht den Investoren. Leider zeigen unschöne Beispiele wie das Sinn-Leffers Gebäude oder die Tersteegenstraße 17-19, dass Investoren der Stadtentwicklung im Wege stehen, da Investoren oftmals kein Interesse an der Lebensqualität, sondern nur an ihrer Rendite haben. Allein die Spekulation aufsteigende Bodenpreise sorgt beim Investor für Gewinne, obwohl er am Gebäude nichts aufwertet. Es darf sich nicht lohnen, Grundstücke brach liegen zu lassen. Deshalb möchte ich mich für eine Bodenpolitik einsetzen, die allen dient und nicht nur einem Investor. Die Stadt muss von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und leistungslose Zugewinne konsequent abschöpfen. Nur dadurch kann Schwung in die Entwicklung der Stadt kommen, weil auch Investoren merken müssen, dass man mit Schrottimmobilien kein Geld verdienen kann.

Ein guter Schritt wird sein, wenn wir als SPD dafür kämpfen, dass es eine vernünftige Nachnutzung an der Tersteegenstraße Ecke Paulstraße gibt. Ich stelle mir ein Bürgerzentrum mit Platz für eine Arztpraxis, Treffpunkt und Laden vor.

Wichtig ist mir allerdings, dass ich mit Ihnen über Ihre Pläne und Wünsche für die Kremenholl ins Gespräch komme und bleibe.

Vielen Dank und viele Grüße

Christian Günther